|
Geschichte
Der Musikverein Mastholte besteht in dieser Form erst seit 2003, er wurde Anfang des Jahres 2003 gegründet und offiziell bestätigt mit der Verabschiedung der Satzung am 29.04.2003 und dem Eintrag in das Vereinsregister. Doch schon in dieser kurzen Zeit gab es einige ereignisreiche Momente. Im März 2003, also noch vor der offiziellen Vereinsgründung wurde das erste Konzert im Hause Adelmann veranstaltet. Ebenfalls Anfang des Jahres wurde das Jugendorchester gegründet, welches einen kontinuierlichen Bestand des Vereins sichern soll. Im Jahre 2005 wurde ein weiteres Konzert aufgeführt, dieses Mal in der Aula des Schulzentrums Rietberg. 2006 war der Musikverein erstmals für die Tanzmusik auf dem Schützenfest in Mastholte verantwortlich. 2007 wurde bereits das 3. Konzert veranstaltet, dieses Mal in der Produktionshalle der Firma Röhr.
Die Geschichte der Blasmusik ist in Mastholte aber schon wesentlich älter. Nachfolgend wollen wir hier die Anfänge von vereinsmässig organisierter Blasmusik dokumentieren.
Streichorchester
Die Texte wurden grösstenteils der Festzeitschrift der Kolpingblaskappelle zum 25-jährigen Bestehen im Jahre 1979 entnommen. Hier stand zu den Ursprüngen: Im Jahre 1953 hatte Hermann Kleinewietfeld (mittlerweile verstorben) die Idee, mit einigen musikbegeisterten jungen Kolpingbrüdern ein Streichorchester aufzubauen. Sie baten den damaligen Hauptlehrer Herr Hovestadt †, die Ausbildung und Leitung der Gruppe zu übernehmen. So wurde regelmässig eifrig geprobt, doch man stellte fest, dass das Zusammenspiel von Trompeten und Posaunen mit den Geigen, Klarinetten und Akkordeons recht schwierig war. Also dauerte es nicht sehr lange, bis man beschloss, das Streichorchester aufzugeben.
Kolping-Blaskapelle
Ein Jahr später, im Frühjahr des Jahres 1954 wurde dann die Kolping-Blaskapelle Moese-Mastholte gegründet. Die jungen Musiker lernten den Trompeter Helmut König aus Beckum im Sauerland kennen. Dieser kannte sich in der Blasmusik aus und konnte maßgeblich dazu beitragen, dass die Blaskapelle entstand. In der ersten Generalversammlung 1954 bekam die bis dahin lose Vereinigung feste Formen.
(Nachstehend sehen Sie vier der Gründungsmitglieder die zum 25-jährigen Jubiläum der Kolping- Blaskapelle noch aktiv waren, Hermann Kleinewietfeld und Anton Herbort sind zwischenzeitlich verstorben.)
Aller Anfang ist schwer, das größte Problem war zunächst die Beschaffung von Note und Instrumenten. Vor allem die großen Instrumente sind so teuer, dass man beschloß in der Gemeinde um Spenden zu bitten. Diese Aktion war mühsam aber erfolgreich. Besonders Gönnerhaft zeigte sich hier die Kolpingsfamilie und die Schützenbruderschaft. Einige Instrumente konnten bezahlt werden, Prozessionsnoten wurden angeschafft. Die Spiele zahlten das Geld für die Instrumente in Raten an die Vereinskasse zurück, so daß sie privates Eigentum der Bläser wurden. Im November 1954 wurden 18 Uniformen gekauft
Hier ein Foto von ca. 1985 von links nach rechts: Hugo Peters, Anton Herbort, Karl Gnegel, Heiner Frerich, Gerd Tanger, Wilfried Frerich, Hermann Kleinewietfeld, Franz-Josef Wallenstein, Konrad Kruse, Berni Stallein, Franz Vahle, Heinz Petermeier, Hans Großewinkelmann, Hein Millentrup, Hermann Gelhäut, Hermann Ewers, Walter Pollmeier, Erich Knöchel, Herbert Lormes
Die Dirigenten
Als ersten Dirigenten konnte man im Mai 1954 Kurt Stier gewinnen, er war von Hause aus Pianist, hatte aber im Krieg als Bläser gedient. Anfange 1956 übernahm Paul Setter die Leitung der Blaskapelle, er war von Hause aus Trompeter und blies bei den Proben eifrig mit, was den jungen Bläsern sehr zugute kam. Ihm folgte im Dezember 1956 Herbert Lormes, wie Kurt Stier war er Musiklehrer aus Gütersloh und war beim Militär Posaunist. Er leitete die Proben bis Dezember 1966. Trotz einiger Fortschritte litt die Blaskapelle unter permanenten Abwanderungen ambitionierter Musiker zu Kapellen die bereits komplette Schützenfeste gestalteten, welche die Kapelle immer wieder zurückwarfen. Aus diesem Grunde beschloss man 1966 die Kosten für einen Dirigenten einzusparen und die Proben künftig selbst zu gestalten. Die schweren Konzertstücke wanderten in den Schrank und stattdessen kaufte man einfache Noten von Volksmusik, leichten Märschen und aktuellen Schlagern. Die Proben wurden wieder interessanter und das einüben neuer Stücke klappte in kurzer Zeit. Zu der Zeit konnte der damalige Student Wilfried Frerich seine Erfahrungen die er bei benachbarten Blaskapellen gemacht hat gut einbringen. Von nun an (Ende 66) kümmerte er sich um Proben, Noten und Musiker. Er dirigierte die Kolpingblaskapelle bis in die 90 Jahre, wo dann im gleitenden Übergang Norbert Großewinkelmann die Leitung übernahm.
(Wilfried Frerich, langjähriger Dirigent der Kolping-Blaskapelle)
Norbert Großewinkelmann konnte man dann auch für Leitung des 2003 neu gegründeten Musikvereins Mastholte gewinnen. Als Stellvertreter fungiert seit 2005 Reinhard Hammelbeck. Die Leitung des Jungendorchesters haben Anja Peitzmeier und Ulrike Röhr übernommen.
Die Probenräume (eine nahezu endlose Geschichte)
Wie fast für jede Band, Blaskapelle oder andere Musikgruppe, gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Proberaum für die Kolpingblaskapelle für eine lange Odyssee mit Happy End. Der erste Proberaum war die alte Volksschule im Dorf (steht heute schon lange nicht mehr). Geprobt wurde Sonntags von 10 bis 12.30 Uhr. Danach probte man bis zu 3-mal in der Woche im Wohnzimmer von Herrmann Kleinewietfelds Eltern (bestimmt eine harte Zeit für diese). Das erste Ziel war die musikalische Gestaltung der Frohnleichnamsprozession. Um das ungewohnte musizieren im gehen zu üben, wurde dieses in langen Gängen von Schweinställen probiert. Weitere Probenräume waren dann die Aufenthaltsräume der Firmen Austermann und Driftmeier, der Saal über der Gaststätte Reilmann, dann lange Jahre das ehemalige Jugendheim Mastholte an der Riekstr. und die Schule Wulfhorst. Danach waren die Grundschule und später die Hauptschule Mastholte Probenheimat der Kapelle. Anfang der 90 Jahre beschloss man den ehemaligen Hühnerstall auf dem Grundstück der Familie Kempkensteffen/Lemke zu einem dauerhaften Probendomizil umzubauen, welcher 1994 zum 40-jährigen Jubiläum der Kolpingblaskapelle eingeweiht wurde. Der neu gegründete Musikverein Mastholte konnte sich 2003 glücklich schätzen diesen Raum von der Familie Kempkensteffen/Lemke anzumieten.
Erste Auftritte und musikalische Entwicklung
Der erst Auftritt der Kolpingblaskapelle war 1954 des Schwesternhauses mit Jugendheim. Die jungen Bläser konnten gerade drei Volkslieder blasen. Als nun schon zwei Lieder geblasen waren erklang “Das Lieben bringt groß Freud”. Wie waren die Jungen enttäuscht, als Pastor Kemper dieses Lied abwinken mußte... Weiter ging es nach Fronleichnam, Volkstrauertag und einem Kolping-Tanzabend;im nächsten Winter mit verschiedenen Beerdigungen, bei denen auch prompt die Ventile festfroren. Da geht dann nichts mehr.
Gegen Ende der 60er Jahre bemühte sich der Vorstand um die Musik bei Schützenfeste in einigen Nachbarorten. Diese Aktion war erfolgreich, so wurde die Kolpingblaskapelle bis über die Kreisgrenzen hinaus bekannt, vor allem in südlicher Richtung.
Eine Aufnahme von 1956
Im Jubiläumsjahr 1979 abslolvierte die Kolpingblaskapelle beispielsweise folgende Auftritte:
Geburtstagsständchen bei Pastor Bracht, Mastholte; Oberst Hönemann, Bökenförde; Alois Stickling, Rietberg Karnevalssitzung in Lippstadt, südlicher Schützenbund, Karnevalsumzüge in Rietberg; Oster-Platzkonzert Mastholte, Platzkonzert 1. Mai in Bökenförde
Kolping-Generalversammlung, Maifest der Kolpingfamilie, Spießbratenessen der Kolpingfamilie; Fronlichnamsprozessionen in Benteler und Mastholte; Empfang der Mutter Gottes von Fatima in Mastholte, Pfarrgemeindefest in Mastholte und Lippstadt St. Elisabeth
Schützenfeste in Wadersloh-Geist, Völlinghausen, Sünninghausen, Bökenförde und Horn
Erntedankfest Völlinghausen; Martinsumzüge in Mastholte und Rietberg, Volkstrauertag in Mastholte
Die Fotos zum 25-jährigem Jubiläum 1979
Neben vielen Auftritten......
.....kam auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz.
Damals wie heute, wie sich die Bilder gleichen:
|